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Messebericht -Bike 2011- mit RC-Cars von RC-Car-Niederrhein.de

Hallo zusammen,

nachfolgend zur ersten Ankündigung das unser Club als Aussteller an der Bike 2011 teilnimmt/teilgenommen hat, folgt hier nun der sehr umfangreiche Artikel unseres Mitgliedes Hermann-Josef (der auch gleichzeitig, den Stein für uns ins Rollen gebracht hat und auch alles, von unserer Seite her, organisiert hat). Er verfügt über sehr umfangreiches Wissen im Bezug auf RC-Cars und RC-Umbauten. (siehe seine RC-Galeriebilder)
Gerne hätte ich euch mit eigenen Eindrücken beschenkt, ich war an diesem Wochenende jedoch leider nicht dabei. :-(

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Nachfolgend der Beitrag von Hermann-Josef:

Vor dem Aufbau unseres Ausstellungsstandes am Freitagabend wurden wir von dem Veranstalter Kai Kolbe durch die Ausstellungshalle zu unserem Standplatz geführt. 6,00 x 4,00 m groß war die Fläche. Es lagen dort ausreichend viele große Tische mit ausklappbaren Beinen für uns bereit.

Danach ging es in die Aktionshalle 14. Hier musste uns Herr Kolbe gestehen, dass er selbst sehr überrascht war über den schlechten Zustand der Halle, insbesondere über den stark verschmutzen Boden. Er fragte uns recht kleinlaut, ob wir denn überhaupt mit unseren Modellen auf diesen Untergrund fahren könnten. Ich habe Ihm geantwortet: Überhaupt eine Fläche in der Halle zu haben ist besser als Garnichts. Übrigens währen die meisten Fahrzeuge von uns Off-Road-tauglich. Außerdem hatten wir von Ihm die Zusage bekommen auch die Fläche der Quads benutzen zu dürfen, wenn diese Flächen geraden nicht von denen genutzt wurde.

Bike-2011-Bilder-von-RC-Car-Niederrhein.de-02Als dann ging es an den Aufbau unseres Standes, Tische aufstellen, mit dem umgestalteten Bolderwagen mit Transportplattform die bereits mitgenommenen Sachen aus Auto und Anhänger geholt, auf dem Handwagen quer durch die Halle zu unserem Standplatz transportiert (mehrere Fahren waren hierzu erforderlich), Stand dekoriert mit einigen Plakaten und Bildern (so wie auf den ersten Fotos zu sehen), dann in der Aktionshalle mit Reifen, Pylonen und Flatterband einen kleinen Kurs alleine für uns abgesteckt.
Auch war es erforderlich einige Wasserlachen, Schlamm und Dreck mit dem schon mitgebrachten Besen so gut wie möglich von der eigentlichen Fahrspur zu beseitigen. Das Ergebnis war nur dürftig, die Pampe saß zu fest, was soll‘s.

Dann kam der Samstagmorgen. Früh aufstehen Hänger und Auto beladen, zum Hagebauparkplatz fahren, zur gemeinsamen Abfahrt nach Rheinberg im „Konvoi“ (3 PKW, 2 mit Hänger) stolzer Konvoi, die anderen kamen getrennt und etwas später nach.

Auf dem Ausstellerparkplatz angekommen (die begehrten Plätze in der Nähe des Ausstellereinganges waren natürlich schon alle belegt), hieß es wieder Hänger ausladen, in kleinen Portionen auf unseren Transporthandwagen, über den Schotterplatz in die Halle zum Standplatz und alles schön ordentlich auf den Tischen platzieren. Kisten, Kästen, Körbe, Taschen etc. mit Ersatzteile, Werkzeug, Ersatzrädern, Ladegeräten und nicht zu vergessen die mitgebrachten Getränke und die Verpflegung kam versteckt hinter die Plane unter die Tische. Ach hierfür waren etliche Gänge zwischen PKW und Halle erforderlich.

Anschließend wurde gleich mal von denen die am Freitagabend nicht dabei waren, die Aktionshalle inspiziert und noch bevor der erste Rahmenprogrammpunkt dran war, waren die ersten von uns in der Halle und testeten schon mal den Hallenbelag auf Befahrtauglichkeit.

Der Veranstalter hatte einen Programmablaufplan erstellt und den uns ausgehändigt. Vorgesehen waren ¼-stündige Vorführungen unterbrochen jeweils von ¼-stündige Pausen. Pausen? Wozu Pausen? Unsere ¼ Stunde Vorführung wurde sogleich auf ¾ Stunden erweitert, also mit den Pausen davor und dahinter. Das machten dann an beiden Tagen jeweils 1,5 Std. Fahrzeit. Aber warum sollten wir die anderen Pausen nicht auch nutzen können, solange niemand anderes seine Vorführung hatte, gesagt getan. Der eine oder andere oder auch gleich mehrere nutzten auch diese „Pausenzeiten“. Ich glaube nicht, dass die Aktionshalle länger als 5 Min. am Stück ohne Motorlärm war, durch uns oder durch die Quads. Ausgenommen die Ansagedauer für die Quadstunts.

Hermanns MonstertruckUnd jetzt kommt das persönliche Highlight für mich:
Am Samstagnachmittag, unsere Vorführzeit (inkl. Pause) war verstrichen, ein Stuntfahrer begann mit den Vorbereitungen zu Ihrer Show. Quad starten, schon mal aufstellen, Beschallungsanlage für die Ansprache einschalten und Aktionmusik laufen lassen, als ich als letzter von uns die lange Gerade vor den Zuschauerplätzen nutzte, um den schon wartenden Zuschauern mal ein paar Hochgeschwidigkeitsvorbeifahrten mit meinen Monstertruck zu zeigen.

Der Stuntfahrer kam auf mich zu gelaufen, ich lief Ihm schon mal entgegen, in der Erwartung von Ihm gesagt zu bekommen, dass ich jetzt aufhöhren müsse, da deren Stuntshow ja jetzt beginne. Doch ich vernahm etwas anderes. Hier der ungefähre Wortlaut: Leider wären die anderen beiden Stuntfahrer kurzzeitig verhindert, eine Vorführung von Ihm alleine wollte der den Zuschauern nicht zumuten, er hätte gesehen dass mein Monstertruck doch recht flott sei, ob ich bereit wäre als Ersatz für die Zuschauer, die schon mal da seien, mit Ihm auf einem Quad ein Rennen zu fahren? Meine Ohren bekamen urplötzlich Besuch von meinen Mundwinkeln.

(Um sich einen Eindruck von der Strecke machen zu können –> Videos)
Nach dem wir uns schnell einig waren wie das ablaufen könnte, ohne gegenseitig Schaden zu nehmen, wurde kurzerhand die lange Gerade vor den Zuschauern zum langgezogenen Oval erklärt. An den Kopfenden je einen Strohballen als Wendemarke platziert. Der Fahrer sagte mir zu er würde hinter meinen RC-Car her fahren mit genügend Sicherheitsabstand um mein Auto im Blick zu behalten, zum Überholen würde er nicht ansetzen weil es nicht breit genug dafür wäre. Also ging es alsbald los.

Bike-2011-Bilder-von-RC-Car-Niederrhein.de-03Zeit einen von uns zu holen um zu filmen blieb nicht. Schaaaade!
Nun haltet Euch am besten am PC-Tisch fest, damit Ihr beim Lesen nicht unbewusst in die Kurve legt und vom Stuhl fallt.

Wir stellten uns direkt vor den Zuschauern nebeneinander auf. Auf zunicken fuhr ich los, wie besprochen das Quad hinterher. Ich gab meinem Monstertruck gleich Power aufs Getriebe, auf den ersten Wendestrohballen zu, rechte Seite von den Zuschauern aus gesehen. Dieser Streckenbereich war sehr rutschig. Also gedrosselt um den Ballen, Auto gerade gerichtet und wieder Stoff. Oh, was ist das? Jetzt erst wuchtet sich das Quad um die Spitzkehre! Als ich an der 2. Kurve ankam, die wesentlich mehr Grip hatte, mit mehr Geschwindigkeit rein fuhr, rauschte erst das Quad an mir vorbei, ich stand in etwa mittig auf der Graden, gegenüber den Zuschauern neben der dort aufgebauten Sprungschanze.
Wie? Was? Jetzt schon eine viertel Runde Vorsprung?
Gut um die Kurve rum gekommen und wieder „Kette“ gegeben. Jetzt erkannte ich auch den Grund für meinen Vorsprung, der Quadfahrer hatte das Beschleunigungsvermögen wohl unterschätzt und ist nur verhalten angefahren. Wie dieser dann zum 2. Mal auf der Gegengeraden an mir vorbeibretterte, hörte sich der Sound des Quad eher nach einem brüllenden Löwen an.
Von nun an „leckte ich Blut“. Beschleunigung direkt aus der Kurve war beim Monstertruck besser und bis zur Gegenkurve durch Fliehkraftkupplung und nur einer Übersetzung kontinuierlicher. Quad musste zurück und wieder hochschalten.
Das Spielchen wiederholte sich ca. 5 Runden. Auf der Geraden nahm ich Ihm regelmäßig Meter ab, in der Kurve holte er durch heftigen Köpereinsatz und Geschick wieder auf. Dann hatte ich einen kompletten Quersteher bis zum Stillstand, genau in der Mitte der rutschigen Kurve. Der Quadfahrer, der mir zu dem Zeitpunkt dicht auf den Fersen war, musste scharf bremsen und ein Ausweichmanöver nach außen zaubern.
Aber wie versprochen setzte er nicht zum überholen an, sondern durchfuhr den Rest der Kurve so langsam, dass ich Zwischenzeitlich wieder die Ideallinie gefunden hatte und die Beschleunigungsorgie auf der Geraden zum wiederholten mal durchzog.
Das ging dann wieder ca. 5 Runden, mal war ich mehr, mal weniger vorne. Ich fuhr hart am Limit, der Quadfahrer aber genauso, zumindest sah es so für mich aus, so wie er das Quad durchbeschleunigte, teilweise mit leichtem Wheelieansatz und heftigen Drifts in den Spitzkehren.
Dann hatte aber auch er einen heftigeren Fahrfehler. In der rutschigen Kurve war der Drift so überzogen, dass er fast den Strohballen umgefahren hätte, ich war da gerade aus der Kurve raus und beschleunigte schon wieder voll.

RC-Car-Niederrhein-Gruppenfoto - Stand Ende 2008Ich hatte schon seit ein paar Runden feuchte Hände, stand auf meinen Beinen wie angewurzelt, bewegte die ganze Zeit nur Oberkörper und Kopf nach beiden Seiten zu den Kurven hin, die Beinmuskeln neigten langsam zu verkrampfen, als ich dann nach ca. 10 bis 12 gefahrenen Runden, mit knapp einer viertel Runde Vorsprung, eine Art Zieldurchfahrt simulierte und mitten auf der Geraden direkt vor den Zuschauern anhielt.
Quadfahrer kurz hinter mir, nicht dumm, stellte ebenfalls direkt neben mir sein Quad ab.
Mir lief es heiß und kalt den Rücken rauf und runter nachdem die Anspannung und Konzentration langsam gegen Null ging.

Wir gingen aufeinander zu, steckten uns fast zeitgleich die Hände entgegen um uns für dieses wohl einmalige Erlebnis zu bedanken. Der Stuntfahrer gestand mir dabei, dass er um mich immer wieder einholen zu können und dranbleiben zu können wirklich vollen Einsatz geben musste, genau wie ich um immer wieder etwas von Ihm weg zu kommen. Der Quadfahrer meinte noch, man müsse dieses einmal auf einer besseren Strecke wiederholen können. Er, die Zuschauer und ich gingen wohl alle zufrieden aus der Aktionshalle.

Diese Schilderung ist selbstverständlich nur subjektiv, ich bin ja schließlich selbst gefahren und war nicht unabhängiger, objektiver Beobachter von außen.

Nun wo hoffentlich bei allen Lesern der Adrenalin-Spiegel wieder auf Normalniveau gesunken ist kommt der ruhigere Teil. Der Samstag plätscherte aus, noch ein paar Lustfahrten vor offiziellem Messeende um 18.00 Uhr absolviert, dann zum Stand wichtige Sachen wie Kameras, Christians Laptop und alle Fernbedienungen eingepackt, sich voneinander verabschiedet, bis um Sonntagmorgen, ins Auto und Rückfahrt.

Nun kann der Sonntag, wie nicht anders erwartet. Der Ablauf war fast wie am Samstag, jedoch entfiel das Aufstellen der Autos auf dem Stand, die sind ja dort geblieben.

Natürlich war auch zwischenzeitlich etwas Zeit für einen Rundgang über die Bike 2011 (siehe Bilder).
Es wurde auch am Sonntag gefahren was das Zeug hielt. Bei manchem hielt es länger, beim anderen auch weniger lang. Auch ich blieb nicht verschont von kleinen, bis mittleren Pannen an meinen Fahrzeugen. Gelockerte oder gar verlorene Schrauben waren Pinuts. Ca. 3 ½ Std. vor Austellungsschluss, also eine halbe Stunde vor unserem letzten offiziellen Show-Fahren ist die Kupplungsfeder von Werners Bobby-Quad gebrochen. So konnte nicht weitergefahren werden. Aber ich wollte den Zuschauern noch mal zeigen, wie man sich von einem RC-Car ziehen lassen kann.

Hermanns RC-Bobbycar UmbauEs blieb mir nichts anderes übrig als das Bobbycar auf den Schraubertisch zu stellen und loslegen, gemäß dem Wernersong: Schrauben drehen – Muttern drehen …
Nach ½ Std. war das Werk vollbracht, neue Kupplungsfeder eingebaut, bei der Gelegenheit auch gleich die Kupplungsbacken auf den Lagerbolzen leichtgängig gemacht und Werner war wieder Fahrbereit.

Zwischendurch durfte ich bei manchem, wie so oft, das Feintuning ausführen mit meinem Tuning-Schraubendreher, man nennt so was auch Vergaserfeineinstellung. Einmal sprach mich einer so nebenbei von der Seite an, ich war gerade mit dem Ankuppeln des Bolderwagens an Werners Bobby-Qusd beschäftigt, dieser sagte: „Ich brauch mal eben dein Gehöhr“. Dann fuhr er 2 mal kurz mit seinem Wagen an. Ohne das ich hingesehen habe, antwortete ich kurz und knapp: „Zu mager“. Er stellte kurz selber nach und fuhr wohl zufrieden mit dem Ergebnis von dannen.

Kurz vor Ausstellungsende erwischte es eines meiner Fahrzeuge das 2. mal. Auch beim Monstertruck brach die Kupplungsfeder, nur diesmal lohnte sich eine Reparatur vor Ausstellungsende nicht mehr. Das Fahrzeug ist jetzt bei mir zu Hause und wartet noch auf die Reparatur.

Eine Wiederholung des Rennens Quad gegen RC-Monstertruck gab es nicht. Schade ein entsprechendes Video davon hätte ich gerne gehabt. Aber vielleicht ist es auch besser so. Die Erwartungen bei einem wiederholten Rennen wären sicherlich höher. Wird diese Erwartung vom Niveau nicht erreicht wäre ich dann wohl etwas enttäuscht. Käme des dann noch zu einem Crash mit Schaden, hätte das Rennen eine schlechte Erinnerung hinterlassen. So jedoch bin ich immer noch begeistert.

Nachdem am Sonntagabend ab 18.00 Uhr mit dem Abbau des Standes und unserer Strecke begonnen wurde, alles ins Auto und im Anhänger bis unters Dach bzw. Plane verstaut war, ging die Fahrt wieder nach Hause. Alles aus Anhänger und PKW ausladen, notdürftig in Garage verteilt, habe ich noch zu Abend gegessen und bin anschließend tot müde ins Bett gefallen. Am Montagmorgen erwartete mich wieder der Alltag.

Gestern habe ich dann den Restsprit von den 2 mitgenommenen 5-Liter-Kanistern ausgelitert, Ergebnis:
An diesem Wochenende habe ich mit meinen 4 Fahrzeugen, mein Sohn mit seinem Fahrzeug und seinem Poketbike zusammen ca. 7 Liter verballert. So viel verbrauche ich sonst nicht in einem durchschnittlichen Monat.

Ich bin immer noch begeistert von dem Wochenende. Nun das soll es gewesen sein. Mittlerweile tun die Finger weh, die Arme verkrampfen und die Fingerspitzen werden immer empfindlicher. Übrigens weiß jemand ein Hausrezept gegen verschlissene Fingerspitzen? ;-)

Wie Ihr seht, hat er sich wirklich SEHR SEHR viel Mühe gegeben und das Ganze bravorös umgesetzt, finde ich.
Vielen Dank hierfür.

Anbei noch einige Bilder und Videos um euch einen Einblick zu verschaffen:

Bilder

Videos


RC-Cars bei Bike 2011 (1) – MyVideo

RC-Cars bei Bike 2011 (2) – MyVideo

RC-Cars bei Bike 2011 (3) – MyVideo



Author Maik Dieser Artikel wurde am 24.Februar 2011 von Maik geschrieben. Google+ Profil

Geschrieben am 24. Februar 2011 um 00:50 Uhr von Maik
Abgelegt in der Kategorie: RC-Cars.
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